Die rein theoretische Arbeit widmet sich dem Problem, die individuelle Auswahl unterhaltsamer Medienangebote modelltheoretisch abzubilden. Nach einer Übersicht über bisherige kommunikationswissenschaftliche und medienpsychologische Ansätze zur Medienselektion wird ein Menschenbild als metatheoretischer Überbau vorgeschlagen (�der Mensch als Organismus�), innerhalb dessen sich die verschiedenen Ansätze integrieren lassen. Aufbauend auf dem vorgeschlagenen Menschenbild wird Unterhaltung als eine Mischung aus der Regeneration �erschöpfter� organismischer Ressourcen und der �Selbsterweiterung des Organismus� definiert.
Die Arbeit benutzt den so eröffneten Rahmen, um den Auswahl- und Zuwendungsprozess zu unterhaltsamen Medienangeboten handlungstheoretisch abzubilden. Zunächst wird die "innere" handlungsvorbereitende Phase (z. B. der Entscheidungsprozess) von der "äußeren� handlungsrealisierenden Phase (z.B. die eigentliche Umsetzung der Entscheidung) unterschieden. Im Rahmen der handlungsvorbereitenden Phase wird wiederum die motivationale von der volitionalen Phase unterschieden. Die Arbeit fokussiert die motivationale Phase, in deren Verlauf die Intention gebildet wird, sich einem unterhaltsamen Medienangebot zuzuwenden. Die Intentionsbildung wird in enger Anlehnung an bestehende psychologische und kommunikationswissenschaftliche Modellierungen (z.B. entlehnt aus dem Uses-and-Gratifications-Ansatz) als Erwartungs-Wert-Prozess beschrieben. Es wird angenommen, dass (den Organismus erholende und erweiternde) Erlebenszustände, soziale Implikationen und Kosten der Medienzuwendung vom Nutzer mental vorweg genommen werden, wodurch dann eine bestimmte Zuwendungsintention gebildet wird.
Im Rahmen einer Abschlussdiskussion wird eine Forschungsagenda skizziert, die eine empirische Testung und Anreicherung der erörterten Modellierung ermöglicht. |