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Klaus Sachs-Hombach
Das Bild als kommunikatives Medium. Elemente einer allgemeinen Bildwissenschaft
2006, 2. Auflage, 365 S., 6 Abb., englische Broschur, 213 x 142 mm

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3931606708 26.00 EUR

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Bis heute hat sich eine allgemeine Bildwissenschaft nicht etabliert, und die Frage, welche Art von Wissenschaft dies überhaupt wäre bzw. welche konkrete Gestalt sie haben könnte oder haben sollte, ist noch unbeantwortet. Die vorliegenden Ausführungen sind von der Auffassung geleitet, dass eine allgemeine Bildwissenschaft nur im Sinne eines disziplinenübergreifenden Unternehmens möglich ist. Sie ist keine neue, weitere Disziplin, die neben die bereits ausgebildeten Bildwissenschaften tritt, sondern nichts anderes als der Theorierahmen, der für die unterschiedlichen relevanten Disziplinen ein integratives Forschungsprogramm liefert.

Im vorliegenden Band wird ein Vorschlag für einen solchen Theorierahmen unterbreitet. Er geht auf einen einzigen, systematisch zusammenhängenden Gedanke zurück, dessen Kurzform lautet: Bilder sind wahrnehmungsnahe Zeichen. Der Titel "Allgemeine Bildwissenschaft" lehnt sich daher zwar an die sehr erfolgreiche Etablierung einer allgemeinen Sprachwissenschaft an und bringt die Überzeugung zum Ausdruck, dass eine ähnlich nachhaltige Entwicklung auch im Bildbereich möglich ist. Damit ist aber nicht gesagt, dass Bilder wie sprachliche Zeichen untersucht werden sollen, sondern dass ihre Erforschung nur im Verbund von semiotischen und wahrnehmungstheoretischen Überlegungen möglich ist.

Dieser systematische Zusammenhang legt in historischer Hinsicht nahe, dass es sich beim "linguistic turn" im Grunde genommen um einen "semiotic turn" gehandelt hat, der aber durch die traditionelle rationalistische Auszeichnung der höheren Erkenntniskräfte nur in eingeschränkter Weise realisiert worden ist. Der noch ausstehende "visualistic turn" wäre demnach ein Unternehmen, mit dem das unvollendete Projekt des "semiotic turn" um zumindest eine der sensuellen Formen der Welterschließung vervollständigt würde.

Klaus Sachs-Hombach ist wissenschaftlicher Assistent am Institut für Simulation und Graphik der Universität Magdeburg

Reviews / Customer Reviews / Other Information
Rezension

H-Museum
In H-Net ist eine Sammelrezension von Jörn Sieglerschmidt der letzten Veröffentlichungen von Klaus Sachs-Hombach erschienen. Die Rezension kann hier nachgelesen werden.
 

Rezension

KULT_online
"Bilder sind wahrnehmungsnahe Zeichen" von Martin Steinseifer

Eine Allgemeine Bildwissenschaft als interdisziplinäres Projekt zu etablieren, ist das erklärte Ziel des Buches von Klaus Sachs-Hombach. Ausgehend von der Philosophie als systematisierender und moderierender Disziplin entwirft er den theoretischen Rahmen für ein entsprechendes Forschungsprogramm. "Bilder sind wahrnehmungsnahe Zeichen" - so die bildtheoretische Grundthese, mit der Hombach wahrnehmungstheoretische und semiotische Bildkonzeptionen aufeinander bezieht, um so Anknüpfungspunkte für verschiedene Disziplinen von der Kunstgeschichte über die Semiotik bis zur Kognitionswissenschaft und Computervisualistik zu ermöglichen. [Die gesamte Rezension lesen]
 

Rezension

portalkunstgeschichte.de
Was ist ein Bild? - Eine leicht zu beantwortende Frage, möchte man meinen. Und doch macht die Antwort angesichts der heutzutage herrschenden Bilderflut Schwierigkeiten. Vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion, ob sich die Kunstgeschichte nicht in eine Bildwissenschaft zu wandeln habe, gewinnt die Frage an Brisanz. Dürfen wir in Anlehnung an den linguistic turn von einem iconic turn - Sachs-Hombach favorisiert den Terminus visualistic turn - sprechen? Und wenn sich die Kunstwissenschaft mit jeder Form von Bildern beschäftigen soll, führt das nicht zu großer Beliebigkeit? Bilder finden sich heute überall. Auch die Naturwissenschaften bedienen sich ihrer fleißig, freilich ohne über ihren Gebrauch zu reflektieren. (Die gesamte Rezension lesen)
 
Link: http://www.portalkunstgeschichte.de

Rezension

lehrerbibliothek.de
Im optischen Zeitalter und angesichts des sog. Iconic Turn, der Verlagerung von der Schrift zum Bild, und dem Ende der Gutenberg-Galaxie, die mit dem Beginn des Buchdrucks seit 500 Jahren unsere Kultur beherrscht hat, ist es heute um so bedeutsamer, "das Bild als kommunikatives Medium" (Buchtitel) in den Mittelpunkt unserer kulturellen Aufmerksamkeit zu rücken und "Elemente einer allgemeinen Bildwissenschaft" (Untertitel) zu entwickeln. Beiden Bereichen wendet sich dieses Buch zu. Was von einer allgemeinen Sprachwissenschaft schon gelten kann, das fehlt für eine allgemeine Bildwissenschaft noch: eine Fächer- und Disziplinen-übergreifende allgemeine Bildwissenschaft. Bilder aber sind längst zum entscheidenden Kommunikationsmedium in unserer Gesellschaft geworden - vom "Icon" auf dem ComputerBILDschirm bis hin zu den Bildern vom 11. September oder der BILD-Zeitung. - Auch Schüler/innen leben wesentlich - und womöglich noch stärker als Erwachsene - in Bildwelten, dieser Bereich kann nicht mehr allein von den ästhetischen Disziplinen wie etwa der Kunsterziehung bewältigt werden. (Thomas Bernhard)
 
Link: http://www.lehrerbibliothek.de


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