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Stephan Alexander Weichert
Die Krise als Medienereignis. Über den 11. September im deutschen Fernsehen
2006, 474 S., 6 Abb., 12 Tab., Broschur, 213 x 142 mm

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3938258217 32.00 EUR

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In keiner anderen Krisensituation hat das Fernsehen eine derart exponierte Schlüsselrolle gespielt wie bei den Live-Übertragungen der tragischen Terroranschläge auf New York und Washington. Indem ein solches Krisenereignis vom ersten Moment an öffentlich bewertet und durch mediale Formgebungen �gebändigt� wird, übernimmt das Fernsehen eine ungeahnte Orientierungsfunktion. Wie aber konstruiert es den Übergang von der Live-Katastrophe zum Medienereignis?

Das Buch wirft einen genaueren, auch für Medienpraktiker interessanten Blick auf das Doppelgesicht des Krisenfernsehens, das einerseits dem offensichtlichen Kalkül einer terroristischen Kommunikationsstrategie folgt, wenn es Attentätern ein mediales Forum bietet und öffentlich Panik verbreitet. Andererseits bietet das Fernsehen Halt und Hilfe, indem es die Zuschauer auf gemeinsame Themen und rituelle Handlungen verpflichtet

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Rezension

Medienheft vom 30.09.2006
In der aktuellen Ausgabe des Medienheftes schreibt Judith Arnold über Krisenbewältigung der Medien und bespricht dabei auch die Dissertation von Stephan A. Weichert (Die Krise als Medienereignis. Über den 11. September im deutschen Fernsehen), die im Herbert von Halem Verlag erschienen ist:

Weichert gelingt es mit seiner kulturtheoretischen Arbeit, die Terroranschläge des 11. September als ein ausserordentliches Medienereignis zu beschreiben. Dieses Ereignis erwies sich auch für die Medien als Krise, als sie [sic] den Programmfluss der Fernsehsender erheblich störte, sie vorübergehend in eine Deutungskrise versetzte und erst allmählich wieder in den Alltag entliess.

Stephan A. Weichert entwickelt - unterstützt von konstruktivistischen Ansätzen, Ritualtheorie, Cultural Studies und Fernsehforschung - eine Ritualtheorie der Medien. Dazu schreibt Judith Arnold:

In der Entwicklung dieses ritualtheoretischen Analyserasters zur Untersuchung von mediatisierten Krisenereignissen liegt denn auch das eigentliche Verdienst der Studie. Schliesslich wendet Weichert sein Modell an, um die deutsche Fernsehberichterstattung des 11. September exemplarisch zu beschreiben. […] Weicherts Dissertation ist damit zugleich eine wertvolle Dokumentation der Ereignisse vom 11. September 2001 im deutschen Fernsehen.

 

Buchinformation

Aus dem Geleitwort von Knut Hickethier
„Weichert entwirft hier ein Modell des Fernsehens, das wir in dieser Form noch nicht beschrieben gefunden haben …. Mit seinem Ansatz einer Ritualtheorie der Medien liefert er nicht nur einen wichtigen Baustein zu einer kommunikationswissenschaftlich fundierten Kulturtheorie des Fernsehens, sondern auch ein paradigmatisches Gesamtkonzept für anknüpfende Forschungen in diesem weiten Feld von Medien, Kultur und Gesellschaft.“
Knut Hickethier, Universität Hamburg 


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