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Volker Wortmann
Authentisches Bild und authentisierende Form
2003, 284 S., engl. Broschur, 213 x 142 mm

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3931606619 25.00 EUR

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Der Authentizitätsanspruch dokumentarischer Medialisierungen, der bis weit in das zwanzigste Jahrhundert hinein untrennbar mit den substanziellen Eigenschaften der analogen Bildmedien wie Fotografie, Film und Fernsehen verbunden war, ist mittlerweile weithin diskreditiert; für Medien digitaler Technik scheint er sogar ganz obsolet. Die Authentizität eines Bildes, das darstellungsfrei allen Darstellungszwängen zu entgehen versucht und dabei verspricht, Realität unberührt und unmittelbar zu visualisieren, sie ist vor allem Authentizitätseindruck: Effekt von Vermittlung und Ästhetizität. Gleichwohl kennt die Kulturgeschichte ein ganzes Arsenal an Zeugnissen, die eben dieses uneinlösbare Versprechen authentischer Darstellung anvisieren und damit ein kulturelles Handlungsmuster zu erkennen geben, dessen Dynamik sich aus einem grundlegenden kommunikativen Bedürfnis abzuleiten scheint.

Die Arbeit untersucht die verschiedenen Strategien der Authentisierung in den Bildmedien jenseits der ontologisierenden und historiographischen Mediengrenzen als kulturhistorisches Phänomen: Dokumentarische Authentizität in Fotografie und Film. Sie hat eine Vor- und Frühgeschichte, die mit ihren Strategien und Handlungsmustern über die Demarkationslinie der genuinen Mediengeschichte hinausweist. Tatsächlich finden sich entsprechende Strategien in der Bildgeschichte schon von dem Zeitpunkt an, an dem die Darstellungstransparenz eines Bildes erstmals prinzipiell in Zweifel gezogen wird und Authentisierung als apologetischer Reflex erscheinen kann � denn das authentische ist das sublime Bild. Die Spuren dieser charakteristischen Problemfigur lassen sich bis in die Antike zurückverfolgen: Man findet sie im Kontext spätantiker und mittelalterlicher Kultbilder ebenso wie in der Renaissancemalerei, in der programmatischen Thematisierung und Theoretisierung von Camera Obscura und Fotografie, sowie von Film und Fernsehen.

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Rezension

amazon Kundenrezension
Der Begriff der Authentizität ist meist ein Gegenbegriff zur Inszenierung oder Verstellung und wird zugleich zu einem Synonym für Wirklichkeit, Wahrhaftigkeit oder Echtheit benutzt. Dabei werden Begriffsprobleme überspielt. Wortmanns Buch widmet sich der Vermittlung des Authentizitätseindrucks und untersucht die Inszenierungsform des Authentischen (und in seinen synonymen Abwandlungen der Echtheit, Wahrhaftigkeit oder Wirklichkeit) in einer kulturhistorischen Darstellung von der Antike bis zum Dokumentarfilm. Dabei geht es darum, wie die Inszenierung des Authentischen als Gegenbegriff zum Inszenierten funktioniert. Die Authentifizierung gehorcht immer kulturellen Kontexten und Bilder werden von ihrer Fragwürdigkeit befreit durch die Legende im Mittelalter, das Image vom Künstler als Genie in der Renaissance oder ethische Redlichkeitsdiskurse im Dokumentarfilm. Damit geht es in dem Buch auch um die Basistrukturen von Kulturen, die immer auf der Konstruktion von unhinterfragbaren Grundgewißheiten, in der Dichotomie von Authentischem und Inszenierten, aufbaut. Sehr lesenswert.  

Rezension

MEDIENwissenschaft 4/2004
Wortmanns Buch bietet, indem er darin das Interesse auf Authentizität als Darstellung richtet, eine grundlegende Neuorientierung in der Debatte zur Authentizität. [Die gesamte Rezension lesen]
 

Rezension

F.LM - Texte zum Film, 2/2003
Der Herbert von Halem-Verlag hat mit den beiden Bänden seine Reihe ›Bildwissenschaft‹ ergänzt, denen vor kurzem die Monografie Das Bild als kommunikatives Medium von Klaus Sachs-Hombach gefolgt ist. Die vorliegenden beiden Schriften stellen wichtige Untersuchungen zum Verständnis audio/visueller Kommunikation dar. [Die gesamte Rezension lesen]
 

Rezension

Publizistik, 49. Jg., 2004, Heft 2, S. 221-223
Es sind Einsichten wie diese, die Wortmanns im übrigen glänzend geschriebene Studie für jeden, der sich ernsthaft mit der Authentizitätsproblematik im Kontext visueller Kommunikation befassen machte, zur Pflichtlektüre machen. [Die gesamte Rezension lesen]
 


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