Die Live-Aufnahmen der einstürzenden Türme des World Trade Center dokumentieren ein globales Krisenereignis von bislang ungekanntem Ausmaß � und sind zugleich ein Zerrbild der Mediengesellschaft: Einerseits wurden die Bilder des Terrors von den Medien rund um die Welt simultan übertragen und für das fassungslose Publikum kommentiert; andererseits drohte ihre massenhafte Verbreitung in unzähligen Variationen und Endlosschleifen in einen Terror der Bilder umzukippen. Diese Ambivalenz wirft wichtige Fragen zur Krisenberichterstattung am und nach dem 11. September 2001 auf: Unter welchen professionellen Umständen sind die Aufnahmen entstanden? Wie wurden sie in den Medien präsentiert? Und wie haben sie die anschließende Kriegsberichterstattung beeinflusst? Welche Wirkung hatten sie auf die Zuschauer? Wie prägen die Ikonen der Katastrophe unser historisches Bewusstsein?
»Bilder des Terrors � Terror der Bilder?« vereint interdisziplinäre Sichtweisen aus Kommunikationswissenschaft und Kunstgeschichte, Medienkultur und Angewandter Kulturwissenschaft, Politikwissenschaft und Kriminologie, Soziologie und Sozialphilosophie: Der Band rekonstruiert die Entwicklung von der besinnungslosen Echtzeit-Übertragung zur inszenierten Medienrealität über Täter, Retter und Opfer, zeigt Grenzen und Grenzerfahrungen im Nachrichtenjournalismus auf, analysiert Freund- und Feindbildkonstruktionen in der Krisen- und Kriegsberichterstattung und reflektiert die Ikonologie im Zeichen des 11. September.
Beiträge von: Michael Beuthner, Joan Kristin Bleicher, Joachim Buttler, Kathrin Fahlenbrach, Sandra Fröhlich, Elke Grittmann, Knut Hickethier, Hans Kleinsteuber, Friedrich Krotz, Karen Michels, Irene Neverla, Jan Philipp Reemtsma, Stefan Uhl, Reinhold Viehoff und Stephan Alexander Weichert |